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2 Einakter: Frühere Verhältnisse, Johann N. Nestroy Wer ist schuldig, Franz Grillparzer Die Gegenüberstellung dieser beiden Lustspiele ist besonders interessant! Wer ist schuldig Inhalt: Der Gärtner schleicht durch den Park und nimmt heimlich aus einer Blumenvase einen Brief an sich. Inhalt:
Johann Nepomuk Nestroy geb. 7.12.1801 in Wien, gestorben 25.5.1862 in Graz. Nestroys Großvater, der sich noch Nestrui schrieb, stammte aus dem Dorf Podvinov in Österreichisch Schlesien. Sein Vater bringt es in Wien schon zum Hof- und Gerichtsadvokaten und Nestroy selbst studierte am angesehenen akademischen Gymnasium, besuchte später das Schottengymnasium und konnte dort auch Musik- und Gesangsunterricht nehmen. Er hatte sein erstes Engagement als Opernsänger am k.u.k. Hoftheater. Über verschiedene Theater in Deutschland kam er auch nach Amsterdam, musste aber zur Kenntnis nehmen, dass seine Stimme den Strapazen des Opernbetriebes nicht gewachsen war. Er wendete sich immer mehr den Volkskomödien zu und begann schließlich mit immer größerem Erfolg selbst Stücke zu schreiben, bei denen er meist auch die Hauptrolle spielte. In seiner Lebenszeit haben sich bedeutende politische Veränderungen ergeben. Wurde 1789 in Frankreich das Feuer der Revolution gegen den herrschenden Adel gezündet, so setzten sich die Revolutionsversuche in Europa fort, bis schließlich im Jahr 1848 auch in Österreich trotz der starken Hand des Staatskanzlers Metternich die Revolution ausbrach. Der Bau der neuen Eisenbahnen beherrschte das Wirtschaftsdenken, Nestroy verfasste dazu das Stück „Eisenbahnheiraten“. Immer wieder versuchte er, mit Witz, Spott und Satire dem Publikum einen Spiegel vorzuhalten. Durch seine überragende, dichterische Begabung gelang es ihm, das Volk zum Lachen zu bringen. Das Publikum strömte zu seinen Vorstellungen und merkte oft erst nachher, dass es über seine eigenen Schwächen gelacht hatte. Hoch angesehen und geehrt starb Nestroy 61-jährig in Graz. geb. 15.1.1791 in Wien, gest. 21. 1. 1872, ebenda. Als Dramatiker, Erzähler, Lyriker gilt er als künstlerisch vielseitige, aber menschlich widersprüchliche Persönlichkeit. „Zwei völlig abgesonderte Wesen leben in ihm. Ein Dichter von der übergreifendsten, ja sich überstürzenden Phantasie und ein Verstandesmensch der kältesten und zähesten Art.“ (J. Sonnleithner). Seine ersten Versuche als Dichter gehen in seine Schulzeit zurück. Aufmerksam auf ihn wurde Theaterdirektor Schreyvogel durch Grillparzers Übersetzung von „Das Leben ein Traum“, von Calderon. Dieses Werk inspirierte ihn zu seinem 1840 geschaffenen Werk „Der Traum ein Leben“. Erste Bühnenerfolge feierte der Dichter mit der „Ahnfrau“ (1817) und mit „Sappho“ (1819). Beide Stücke wurden mit Erfolg im Hofburgtheater aufgeführt. In seiner produktivsten Zeit (1820 – 1831) hatte er viele Erfolge, musste aber gegen Unverstand und Zensur ankämpfen. „König Ottokars Glück und Ende“ z.B. wurde zwei Jahre lang von der Zensur festgehalten, erst durch Intervention einer Angehörigen des Kaiserhauses konnte das Werk 1825 aufgeführt werden. Zu einer wahren Renaissance seiner Werke kam es erst ab 1850, nicht zuletzt durch das Wirken von Heinrich Laube, Theaterdirektor. Grillparzer hatte seine Lebenssicherung im Staatsdienst gefunden. Er bekleidete bis zu seiner Pensionierung den Posten eines Archivars der Hofbibliothek. Auf einer seiner Auslandsreisen traf er auch mit Goethe zusammen (1826). Die beiden Dichter konnten aber nicht zueinander finden. Grillparzer reiste enttäuscht ab. Im Alter erhielt er hohe Auszeichnungen: Er wurde Ehrendoktor der Universitäten Wien und Leipzig und erhielt schließlich 1871 bei einer kaiserlichen Audienz das Großkreuz des Franz-Josef-Ordens. Schon 1820 lernte er Kathi Fröhlich kennen und lieben. Es kam zu keiner Verehelichung, wohl aber blieb die Verbindung aufrecht. Er starb in den Räumen der Geschwister Fröhlich. |